Nabelschau oder Selbsterkenntnis?

Manchmal mag das Streben nach Selbsterkenntnis ja in eine egomane Nabelschau ausarten. Und wer will das schon? So ein Nabel ist doch ziemlich klein … und auf Dauer auch sehr langweilig …

Dennoch halte ich Selbsterkenntnis für ungeheuer wertvoll. Sie kann helfen, besser mit sich und anderen umzugehen. Und sie weist den Weg zum Wahren Selbst mit seinen göttlichen Qualitäten wie Liebe, Weisheit und Frieden.

Auch Yoga kann dazu beitragen.

Bei den Körperübungen können wir uns erlauben, genauer hinzuspüren und uns zu fragen: Wie fühlt sich das an? Tut mir das gut? Kann ich besser mit dem Ein- oder dem Ausatmen Kraft aufbringen? Was hilft mir, tiefer zu entspannen? Welche Nachwirkungen entfalten die Übungen?

Auch der Geist hat so seine Vorlieben. Zum Beispiel für bestimmte Sinne: für das Sehen oder Visualisieren von Licht, Blumen oder schönen Dingen; für das Lauschen von Musik oder Naturgeräuschen oder für das Spüren von angenehmen Empfindungen und für die Weite und Offenheit des Erfahrungsraumes.

Das lässt sich in der yogischen Tiefenentspannung gut erforschen und hilft, im Leben und in der Meditation eine glücklichere Wahl zu treffen.

Wahlfreiheit gönnen wir uns auch mit dem Sankalpa – einem Samen, den wir in der Tiefenentspannung ins Unterbewusstsein pflanzen als Affirmation oder Leitsatz, Gebets- oder Gedichtzeile. Oder als ein Wort, ein Ideal, das zu verwirklichen sich lohnt. Zu unserem Wohl und zum Wohl von anderen.

Noch tiefer gehen wir in der Meditation, um unser Wahres Selbst zu erkennen und Seine göttlichen Qualitäten im Alltag zum Ausdruck bringen zu können.